Household Finance and Consumption Survey (HFCS)
Eine Erhebung zur finanziellen Situation und zum Konsum der Haushalte


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Im Zuge der Erhebung zur finanziellen Situation und zum Konsum der Haushalte (Household Finance and Consumption Survey – HFCS) werden Daten zum Finanzanlage- und Konsumverhalten von privaten Haushalten erhoben. Der HFCS ist derzeit in Europa die umfassendste Haushaltsbefragung zu diesem Themengebiet. In Österreich wurden bislang nur Teilbereiche der finanziellen Situation privater Haushalte durch derartige Erhebungen erfasst (siehe Geldvermögenserhebung 2004 und Immobilienvermögenserhebung 2008).

Der HFCS ist die erste Erhebung in Österreich, die eine umfassende wissenschaftliche Analyse der finanziellen Situation privater Haushalte gemäß internationalen Standards ermöglichen wird.

Das Projekt wird in Österreich von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in enger Zusammenarbeit mit den anderen nationalen Zentralbanken des Eurosystems und der EZB realisiert. Das Institut für empirische Sozialforschung GmbH (IFES) wurde von der OeNB mit der Befragung der privaten Haushalte beauftragt.

 

Die erste Welle des euroraumweiten HFCS wird in Österreich 2010 durchgeführt. 



Datenumfang

Der HFCS wird Informationen zu folgenden Haushaltscharakteristika erfassen:

  • Soziodemografie
  • Sach- und Finanzvermögen
  • Verschuldung
  • Konsum und Sparen
  • Einkommen und Beschäftigung
  • Altersvorsorge; intergenerationale Transfers und Schenkungen
  • Risikobereitschaft


Inhalte der Erhebung

Der Fragebogen im Rahmen des HFCS besteht aus einem gemeinsam beschlossenen, harmonisierten Teil, der für alle teilnehmenden Länder gleich ist und aus einem national spezifischen Teil. Weitere Informationen finden Sie unterDokumentation/Fragebogen.

 

Der Fragebogen des HFCS besteht aus 2 Teilen:

  1. Fragen zum Haushalt insgesamt: Fragen zum Sachvermögen und dessen Finanzierung, andere Verbindlichkeiten, Unternehmungen, Finanzvermögen, Schenkungen und Erbschaften, Konsum und Sparen.

  2. Fragen zu einzelnen Haushaltsmitgliedern zu deren demografischen Charakteristika, Beschäftigung, Altersvorsorge und Einkommen.



Ziele der Erhebung

Hauptziel des HFCS ist es, Informationen zur Struktur der Vermögensbestandteile und Verbindlichkeiten der Haushalte im Eurowährungsgebiet zu erlangen. Zudem werden Daten erhoben, um Finanzanlage- und Konsumentscheidungen der Haushalte analysieren zu können.

Mikrodaten sind Grundlage für

  • das Verständnis individueller Verhaltensweisen der Haushalte.

  • die Analyse von Auswirkungen wirtschaftspolitischer Beschlüsse und institutioneller Änderungen.

  • die Analyse von Auswirklungen makroökonomischer Schocks

  • Einblicke in diverse Aspekte des monetären Transmissionsmechanismus und der Finanzmarktstabilität

Der HFCS ist die in Europa bislang umfassendste Haushaltsbefragung zu diesem Thema. Bislang gibt es eine Reihe von Erhebungen in einzelnen Ländern.Diese sind aber nicht harmonisiert und daher eingeschränkt vergleichbar und umfassen meist nicht alle Bestandteile um die Finanzsituation der Haushalte hinreichend charakterisieren zu können.

Gerade für eine Zentralbank sind Daten zu den Finanzen und zu den Ausgaben der Haushalte unverzichtbar, da sie dazu beitragen, die wirtschaftliche Analyse in Bezug auf Geldpolitik und Finanzmarktstabilität zu verbessern. Die jüngste Finanzkrise hat gezeigt, dass nicht nur die Höhe der Haushaltsverschuldung im Aggregat – wie sie aus Makrodaten berechnet werden kann – für Stabilitätsrisiken wichtig ist, sondern die spezifische Belastung unterschiedlicher Einkommens-, Berufs- und Altersgruppen. Um diese empirische Lücke zu schließen und eine bestmögliche Grundlage für geldpolitische und finanzmarktstabilitätsrelevante Entscheidungen zu erhalten, wird der HFCS in Österreich durchgeführt. Im Euroraum wird der HFCS vergleichbare Strukturinformationen über die privaten Haushalte, die auch der Fortentwicklung von Prognosemodellen und Mikrosimulationen dienen, liefern.


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